…und der Akku hält
Autor: cai am 10. April 2009Ein trauriger Moment: Man will Musik-hören, im Internet surfen oder nur kurz etwas aufschreiben, aber der Akku des entsprechenden Gerätes ist leer. Zwar gibt es zumindest einen Laptop, den 100-Dollar-Laptop, der dank einer Kurbel zumindest kurzzeitig mechanisch aufgeladen werden kann – der Absatzmarkt des Produkts aus dem Projekt One-Laptop-Per-Child-Projekts (OLPC) sollte vor allem die Dritte Welt sein, in der das Stromnetz zuweilen recht dürftig ausgebaut ist. Der Ebook-Reader hat hingegen keine händische Auflademöglichkeit.
Da Sony zudem kein Netzgerät mitliefert, sondern der PRS-505 ab Werk lediglich mit einem USB-Kabel an einem PC aufgeladen werden kann, schienen mir die Probleme für die Fahrt von München an die französischen Atlantikküste schon vorprogrammiert zu sein. Doch ich wurde überrascht.
Spätestens am zweiten Tag der 1400 km langen Fahrt hatte die Stunde des Lesegräts geschlagen. Unter den Mitfahrern sind die wesentlichen Gespräche bereits geführt worden, jeder beschäftigte sich hauptsächlich mit sich. Ich war dabei den Akku des Sony Ebook-Readers ausgiebig zu testen. Nachdem ich das bereits vorinstallierte Buch ‘Wer bin ich – und wenn ja wieviele?’ von David Precht gelesen hatte, machte ich mich an den vor der Abfahrt kinderleicht und kostenlos aufgespielten ‘Tacitus’ heran.
Da die Sony-eigene Download-Plattform momentan leider hauptsächlich englische Bücher anbietet, waren die gesammelten Werke des römischen Geschichtsschreiber nicht auf deutsch verfügbar – doch die Zeit wird die Lücke nicht nur bei ebooks, sondern auch bei den verfügbaren Ebook-Readern auf dem deutschen Markt, die Dominik gestern so treffend beschrieben hat, schon noch schließen.
Sony hat mit dem PRS-505 weitere Entwicklungsstufen durchaus offen gehalten wie einen Touch-Screen, eine kleine Tastatur oder einen Farbbildschirm, sowie eine größere Download-Plattform für deutsche eBooks und ein herkömmliches Ladegerät im Lieferumfang, aber in puncto Akku sind die Japaner bestens aufgestellt. Nach einer zwölfstündigen Fahrt und vier Testern im Akkord lief der PRS-505 immer noch. Erst am heutigen Morgen wiesen einige Ausfallerscheinungen auf einen leeren Akku hin, obwohl die Anzeige immer noch einen Strich anzeigt.
Fazit: ein Plus und ein Minus – das Plus für die enorme Akkulaufzeit, das Minus für die noch fehlenden Entwicklungsstufen, die aber sicher noch kommen werden.
